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| Rudina (Sindi Lacej) |
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19. Februar 2011
The Forgiveness of Blood
18. Februar 2011
best of berlinale 2011: stadt land fluss
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Kai-Michael Müller und Lukas Steltner in Stadt Land Fluss (Quelle: Salzgber.de)
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STADT LAND FLUSS
Von Benjamin Cantu
Nach vielen mittelmäßigen bis netten Filmen auf dem Festival ein Lichtblick: Cantus schlichte Geschichte über einen Azubi in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Brandenburg, der sich in seinen neuen Kollegen verliebt, entpuppt sich (ausgerechnet in der Jugendsektion Generation 14+) als Entdeckung: Ein sensibler Film mit wunderbaren Bildern und großartigen (Laien-)Darstellern, eine Mischung aus Doku und Spielfilm. Die beiden Hauptfiguren werden von Schauspielern dargestellt, doch die Situationen auf dem Hof, die Kollegen und Ausbilder sind echt - und häufig sehr lustig. Gäbe es bei der Berlinale einen Preis für die beste Nebenrolle, der Goldene Bär ginge an Frau Butsch (!), die Ausbilderin, die sich ihren Azubis mit trockenem Humor, Herz und Verständnis annimmt. Ansonsten erzählt der Film wieder einmal eine Coming Out-Geschichte, aber er tut das so sensibel, aufrichtig und spannend, dass einem das Sujet wie neu vorkommt. Die heftigen Abwehr-Reaktionen der im Publikum anwesenden Jugendlichen beweisen, dass solche Filme immer noch notwendig sind: Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass die Berliner Großstadtjugend durch Internetporno, CSDs und schwule Bürgermeister einiges gewohnt ist, doch was sich da angesichts einer harmlosen Kuss-Szene zwischen Jungs an Verklemmtheit und Homophobie breit machte, war erschreckend...Nicht nur deswegen hat Stadt Land Fluss zumindest den Teddy für den besten Film verdient: Dem Regisseur Benjamin Cantu ist mit seinem ersten Langfilm ästhetisch und inhaltlich ein großer Wurf gelungen und von den beiden fantastischen Hauptdarstellern Kai-Michael Müller und Lukas Steltner wird man hoffentlich bald mehr sehen.
Ansonsten noch empfehlenswert: The Future von Mirandy July im Wettbewerb, ein merkwürdiger Beziehungs-Film wie aus einer entrückten anderen Welt, und mit Einschränkungen Ausente, ein argentinischer Forums-Beitrag über einen Schüler, der versucht seinen Schwimmlehrer zu verführen.
16. Februar 2011
Berlinale 2011
Tja, die Berlinale ist schon fast zur Hälfte rum, hat bisher aber wenig eindrückliche Filmerlebnisse hinterlassen, die mich zum Bloggen inspiriert hätten... Zu empfehlen sind u.a.. 'Das schlafende Mädchen' von Rainer Kirberg, ein Kunstperformance-Film, in dem ein Beuys-Schüler in den 70er Jahren beinahe an einer aufreibenden Beziehung zerbricht, ein Film, der trotz dieser abschreckenden Zusammenfassung und seines niedrigen Budgets überraschend gut und stilsicher ist. Viele andere Filme sind mir eher mau und zwiespältig im Gedächtnis geblieben, so wie die Publikumslieblingskomödie "Alemanya - Willkommen in Deutschland", der trotz einiger netter Einfälle doch eher platt und konventionell daherkommt. Er reicht in keiner Beziehung an den fantasievollen Ideenreichtum von "Salami Alaikum" aus dem letzten Jahr heran, einer ähnlich gearteten Immigrationskomödie über eine aus dem Iran stammende Familie, die es in die ostdeutsche Provinz verschlägt. Den besten Film sah ich gestern, bereits Berlinale-müde in einem nicht zum Festival gehörenden Programmkino, Mike Leighs grandios gespielter und zutiefst berührender 'Another Year'... Fortsetzung folgt!
17. Februar 2010
Böse Menschen
Hiermit möchte ich meinen früheren Beitrag über das sympathische, weil filmbegeisterte, Berlinale-Publikum widerrufen. Wahrscheinlich gibt es nirgendwo sonst so viele schlecht gelaunte, unfreundliche Menschen auf einem Haufen wie zu Zeiten der Berlinale. Gestern wurde ich während der Vorführung von Amphetamine von einem Mann gegen mein Bein getreten! Einfach so - ohne Vorwarnung. Weil ich es gewagt hatte, mich mit meinem Begleiter während der dröhnend lauten Filmmusik über das scheußliche Designerapartment des Protagonisten zu amüsieren. Der Treter befand, er hätte schließlich keinen Eintritt bezahlt, um sich mein Gelaber anzuhören. Da mag er Recht haben, allerdings ließ er sich erst zu einem verbalen Statement herab, NACHDEM er mich bereits getreten hatte.
16. Februar 2010
Ungelenker Sex
von Noah Baumbach
mit Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans
Im amerikanischen Wettbewerbsbeitrag Greenberg des Regisseurs Noah Baumbach (grandios sein Erstling: The Sqid and the Whale), gab es zwei Sexszenen, bei denen nicht sofort nach dem ersten Kuss abgeblendet wird. Das erste Date zwischen Ben Stiller und der tollen Neuentdeckung Greta Gerwig verläuft derart realistisch ungelenk und linkisch übersprunghaft, dass man es kaum aushält. Zudem entscheiden die beiden sich offenbar nur deshalb für Sex, weil sie schon ahnen, dass man sich bei dem ursprünglich geplanten Dinner nichts zu sagen hätte.
14. Februar 2010
Blumen für alle!
12. Februar 2010
Wie eine Stimme einen Film rettet
Howl, der Film über Alan Ginsberg und sein berühmtes Gedicht gleichen Namens war mein erstes Must-see. Der Schocker schon einmal vorneweg: Der Film bebildert das ergreifende Gedicht, das Ginsberg Mitte der 50er Jahre schrieb und zum Schlüsselwerk der Beat Generation wurde, mit kitschigen, in Thailand gefertigten Animationssequenzen, die jede poetische Fantasie zerstören. Dazwischen Szenen, die den Gerichtsprozess zeigen, bei dem Howl wegen Obszönität verboten werden sollte: didaktisch wie ein Literatur-Proseminar. Und bei den Sequenzen, in denen James Franco als Ginsberg von der Entstehung von Howl erzählt, handelt es sich um nachinszeniertes Interviewmaterial. Das heißt, in das Skript von Howl ging nicht eine einzige neue Idee oder Interpretation ein - die Filmemacher haben sich offenbar nicht getraut, Ginsbergs Werk ihre eigene Fiktion hinzuzufügen. Warum dann nicht gleich eine Doku? Dennoch hat es der Film geschafft, mich zu berühren - mehr sogar, als viele andere, und das liegt an James Francos Stimme.
11. Februar 2010
Startschuss BERLINALE 2010
Es ist Berlinale - das heißt, man sieht endlich wieder jede Menge Filme, die man sich im normalen Kino niemals angetan hätte. Weil man sonst schon im Voraus von wohlmeinenden Kritikern oder Bekannten gewarnt wird.
Andererseits: Berlinale heißt, auf die Reise zu gehen, sich aus dem kalten, grauen deutschen Februar zu verabschieden und sich stattdessen in obskuren exotischen Ländern umzutun, sich wundern, wie anders oder wie ähnlich die Leute dort leben und fühlen, immer wieder Neues zu entdecken und Überraschungen zu erleben (wenn der Film sich in der Beschreibung sterbenslangweilig anhört – sich dann aber als Knüller herausstellt). Berlinale heißt nicht zuletzt auch, das Kino mit anderen filmbegeisterten Menschen teilen, Menschen, die angenehm konzentriert zuschauen, die laut lachen, hemmungslos weinen und begeistert klatschen, die demonstrativ rauslaufen und böse Buh rufen.
Andererseits: Berlinale heißt, auf die Reise zu gehen, sich aus dem kalten, grauen deutschen Februar zu verabschieden und sich stattdessen in obskuren exotischen Ländern umzutun, sich wundern, wie anders oder wie ähnlich die Leute dort leben und fühlen, immer wieder Neues zu entdecken und Überraschungen zu erleben (wenn der Film sich in der Beschreibung sterbenslangweilig anhört – sich dann aber als Knüller herausstellt). Berlinale heißt nicht zuletzt auch, das Kino mit anderen filmbegeisterten Menschen teilen, Menschen, die angenehm konzentriert zuschauen, die laut lachen, hemmungslos weinen und begeistert klatschen, die demonstrativ rauslaufen und böse Buh rufen.
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